Doña Monika

Viele von uns hatten das Glück Monika Decleir, oder auch altersabhängig schon Monika Seidensticker, persönlich kennenzulernen. Wer sie kannte, der wird sie niemals vergessen. Monika war eine Naturgewalt.

Ihr Sekretariat war die zentrale Leitstelle der Schule, die Brücke der Enterprise sozusagen. Alles und jeder musste an ihren wachsamen Augen vorbei – Lehrkräfte, Schülerschaft, Eltern, Hausmeister, Handwerker, Verlagsvertreter und wer oder was auch immer sich sonst noch ins Gebäude verirrte. Und das war auch gut so, denn Monika hatte ein sehendes Herz und beherzte Hände.

Besonders wir SchülerInnen hatten in ihr einen Fels in der Brandung. Bei ihr gab es mehr als Schulbescheinigungen, Antragsformulare, ein Telefonat nach Hause oder einen Kühlpack für diverse Blessuren. Neben Kaffee oder Tee, einer „geheimen“ Schachtel mit Pralinen in der untersten Schreibtischschublade und geradezu magischen Mengen an Taschentüchern und weiblichen Hygieneartikeln hatte sie immer das richtige Wort – auch wenn es gerade nicht das war, was man hören wollte.

Diplomatie war nicht ihre Sache, dafür war ihr das Leben zu wichtig. Sie predigte nie etwas, das sie nicht auch selbst tat und verlangte nie Dinge, die sie selber nicht leisten konnte. Lob und Tadel aus ihrem Mund hatten das Gewicht einer Therapiedecke.

Vielen Schülerinnen und Schülern war sie ein Vorbild. Allen war sie eine Hilfe. Unser Gründungsmitglied Nummer 1 hat Spuren in vielen Leben hinterlassen und wir wollen nach wie vor, dass sie stolz auf uns ist. Denn wir sind stolz auf sie.

Mit dem Preis wollen wir ihr ein Denkmal setzen, wie es ihr gefallen hätte – keine Statue, keine Tafel, nichts Statisches und Unveränderliches, sondern etwas Lebendiges. Wir zeichnen Menschen aus, die „unserer Monika“ Ehre machen. Wir verleihen die „Doña Monika“, den Preis einer starken Frau, die vor keinem Kampf zurückschreckte und Windmühlenflügel immer gut von Riesen unterscheiden konnte.