Doña Monika 2024 für die Hausmeister Thomas und Marek
„Wenn man jahrelang hinter Scheißköpfen wie euch her putzt, dann lernt man so einiges. Ich schaue in eure Schränke. Ich höre, was ihr euch erzählt. Ich bin das Auge und das Ohr dieser Schule.“
Weiß jemand, wer das gesagt hat?
Richtig, der Hausmeister aus Breakfast Club, dem Kultfilm der Generation X.
Sowas haben Thomas und Marek noch nie gesagt, und vermutlich auch kein anderer Hausmeister dieser Schule. Was die hausmeisterlichen Zünfte angeht, hatten wir grundsätzlich eher Glück am Vogelsang. Da war schon immer viel Augenmaß, viel Menschenverstand, viel Empathie im Spiel.
Die Hausmeister waren seit dem Beginn ein essenzieller Teil der Vogelsanger Schulgemeinschaft und daran hat sich auch in mehr als 50 Jahren nichts geändert. Thomas und Marek sind die jüngsten in einer Reihe von stillen Helden, ohne die unser Schulzentrum nicht das wäre, was es ist und wofür wir es lieben.
Ich kenne sie jetzt seit Dezember 2023, etwas mehr als ein halbes Jahr. Bestimmt gibt es viele Dinge, die ich nicht über sie weiß. Die gehen mich dann vermutlich auch nichts an. Aber hier ist das, was ich weiß:
Die beiden haben’s drauf. Bisher haben wir noch kein Problem gefunden (und da muss man ja hier im Haus nicht immer lange suchen), das sie nicht hätten lösen können. Tropfende Rohre, undichte Fenster, vereiste Wege, temperamentvolle Heizkörper, verlegte Schlüssel – das alles sind Dinge, die uns den Schweiß auf die Stirn treiben und für akute Panik sorgen. „So können wir nicht arbeiten!“ Müssen wir dann auch nicht, denn Thomas und Marek denken kurz nach, lächeln, verschwinden (neue Panikattacke) und tauchen dann mit einer Lösung im Gepäck auf. Zeitnah wäre jetzt noch untertrieben. Im Kollegium nennen wir sie liebevoll die Zauberer.
Thomas lächelt übrigens fast immer, genau wie sein Kollege Marek, und zwar für jeden. Egal ob Schüler, Lehrkraft, Besucher oder Reinigungskraft, die zwei strahlen Freundlichkeit aus. Jeder von uns hier fühlt sich gesehen und gehört. Deshalb trauen wir uns auch mit jedem Problem zu ihnen. Und wenn ich jetzt „wir“ sage, dann meine ich damit die Schulgemeinschaft. Und wenn ich „Problem“ sage, dann meine ich damit nicht nur Reperaturanfragen oder Schlüsselangelegenheiten. Thomas und Marek hören zu, wenn Lehrkräfte einen stressigen Tag haben, kurz mal Dampf ablassen müssen, ohne dafür verurteilt zu werden oder auch einfach nur ein verstehendes Kopfnicken brauchen. Schülerinnen und Schüler finden ebenso Gehör und haben genau deshalb keine Angst zuzugeben, wenn sie mal richtig Blödsinn gemacht haben. Sie bekommen dann die Chance es wieder gut zu machen - Problem meist unkompliziert gelöst und gleichzeitig was fürs Leben gelernt.
Ich kenne Schüler sowohl in Klasse 6 als auch in Klasse 9, die im vergangenen Halbjahr in welcher Form auch immer mit Thomas, Marek oder beiden zusammengearbeitet haben und jetzt als Fernziel den Berufswunsch „Hausmeister“ haben. Sie wissen, dass sie vorher eine fundierte handwerkliche Ausbildung brauchen, und das verkünden sie mit Stolz. So geht Vorbild sein.
Lieber Thomas, lieber Marek, ihr habt unsere Moni leider nie kennengelernt. Ich bin mir sicher, ihr hättet euch gemocht. Sehr sogar. Vermutlich wärt ihr für diese Schule das perfekte Trio gewesen: Tick, Trick und Track; Athos, Portos und Aramis; Harry, Ron und Hermine.
Ihr hättet immer Bescheid gewusst, welchem Schüler oder welcher Schülerin es gerade nicht so gut geht und wer ein paar aufmunternde Worte braucht. Ihr hättet immer gewusst, welcher Lehrkraft gerade wo der Schuh drückt. Ihr hättet Probleme gelöst, bevor sie laut geäußert worden wären. Euch wäre niemals der Kaffe ausgegangen.
Moni ist jetzt nur noch im Geiste an dieser Schule und kann nicht mehr mit anpacken. Aber ihr rockt das. Da sind wir sicher.
Wir sind sehr dankbar dafür, dass ihr Vogelsänger seid.