Doña Monika 2023 für den Lehrer Sascha Fischer
Viele von uns hatten das Glück Monika Decleir, oder auch altersabhängig schon Monika Seidensticker, persönlich kennenzulernen. Wer sie kannte, der wird sie niemals vergessen.
Monika war eine Naturgewalt. Ihr Sekretariat war das Herz, das Ohr, das geheime Hauptquartier der Schule. Besonders wir SchülerInnen hatten in ihr einen Fels in der Brandung. Bei ihr gab es mehr als Schulbescheinigungen, Antragsformulare, ein Telefonat nach Hause oder einen Kühlpack für diverse Blessuren. Neben Kaffee oder Tee, einer „geheimen“ Schachtel mit Pralinen in der untersten Schreibtischschublade und geradezu magischen Mengen an Taschentüchern und weiblichen Hygieneartikeln hatte sie immer das richtige Wort – auch wenn es gerade nicht das war, was man hören wollte.
Diplomatie war nicht ihre Sache, dafür war ihr das Leben zu wichtig. Sie predigte nie etwas, das sie nicht auch selbst tat und verlangte nie Dinge, die sie selber nicht leisten konnte. Lob und Tadel aus ihrem Mund hatten das Gewicht einer Therapiedecke. Vielen Schülerinnen und Schülern war sie ein Vorbild. Allen war sie eine Hilfe. Unser Gründungsmitglied Nummer 1 hat Spuren in vielen Leben hinterlassen und wir wollen nach wie vor, dass sie stolz auf uns ist. Denn wir sind stolz auf sie.
Mit dem Preis der Doña Monika setzen wir jedes Jahr ein Denkmal, wie es ihr gefallen hätte – keine Statue, keine Tafel, nichts Statisches und Unveränderliches, sondern etwas
Lebendiges. Wir zeichnen heute einen Menschen aus, der „unserer Monika“ gefallen hätte.
Die Schülerinnen und Schüler sind ihm immer das Wichtigste, als Deutsch- und Philosophielehrer, als Leiter des Literaturkurses und ganz besonders als SV-Lehrer. Er steht
ihnen zur Seite, hält ihnen den Rücken frei und stellt sich zur Not auch mal schützend vor sie.
Er hört zu, um zu verstehen, nicht um zu antworten.
Er diskutiert, um einen Kompromiss zu finden, nicht um zu gewinnen.
Er zieht Grenzen, um zu schützen, und gewährt Freiheiten, um Verantwortung erlernbar und greifbar zu machen.
Seine aktuellen und ehemaligen Kurse nennen ihn „Ehrenmann“, „voll korrekt“, einen „klugen alten weißen Mann“ und eine „fürsorgliche Tratschtante“. Von mehr als einem
Ehemaligen haben wir die Rückmeldung bekommen:“ Ohne ihn hätte ich die Schulzeit nicht geschafft.“ Ein solches Kompliment ist schwer zu toppen.
Sascha Fischer ist für die Schüler des Gymnasiums Vogelsang das, was auch Jochen Welzel und Doro König schon waren – ein nahbares, streitbares und greifbares Vorbild. Ein sicherer Hafen in stürmischen Zeiten.
Wir wünschen ihm, seinen Schülerinnen und Schülern und uns, dass er immer so unbeugsam flexibel bleibt. Alle jungen Menschen brauchen jemanden wie ihn. Am Vogelsang haben sie ihn.
Lieber Sascha Fischer, unsere Moni hätte dir einen Kaffee angeboten, vielleicht auch eine Zigarette, und dann mit dir über die Vergangenheit philosophiert, die Gegenwart diskutiert
und von der Zukunft geträumt. Wir geben dir heute im Gedenken an sie ein kleines Zeichen, das dich daran erinnern soll, dass jedes Wort, das du sprichst und schreibst, wunderbare Wellen schlägt. Dafür danken wir dir!
